
Bis 1812 stand mitten auf dem Marktplatz das alte Rathaus aus dem 15. Jahrhundert mit der Schranne im Erdgeschoss, mit Tanzsaal und Gefängnissen samt Prangerstock. Nach seinem Abbruch wurde ein von Ellwangen angekaufter eiserner Brunnentrog mitten auf dem Platz aufgestellt, der 1711 in Wasseralfingen hergestellt wurde. Er zeigt das Wappen des Hochmeisters, der zu dieser Zeit gleichzeitig Fürstprobst in Ellwangen war, sowie das Wappen der Stadt Ellwangen. Der Brunnenstock wird von St. Petrus als einem unserer beiden Kirchenpatrone gekrönt. Gegenüber liegt das 1733 neu erstellte Amts- und Gästehaus der Deutschordens-Kommende Kapfenburg mit herrlichen Stuckdecken vom „Stukkateuerpapst“ F. J. Roth. Es wird seit 1988 als Rathaus genutzt.
Seit Eröffnung der Stadtumgehung B 29 Ende 1991 finden hier zahlreiche örtliche Feste wie z. B. der Stadtfeiertag am 04. Juli statt. Genießen Sie doch auch mal bei einem Kaffee das historische Ambiente beim Plätschern des Wassers im Marktbrunnen!

Lauchheim erhielt 1397 das Befestigungsrecht verliehen. Unter dem bekannten Komtur und Hochmeister Eustachius v. Westernach wurden zu Beginn des 30-jährigen Kriegs die Mauerwerke durch zwei neue, mit Bastei versehene Tortürme verbessert.
Leider wurden das untere Tor mit seinem Steuerglöckchen, direkt vorm Gasthof Bären gelegen, 1862 dem „modernen“ Verkehr geopfert und die ca. 7 m hohe, mit Wehrgang und Ecktürmen versehene Stadtmauer weitgehend noch vor 1900 abgebrochen.

Dank der historischen Stadtumfahrung über die Lindenstraße und einer Vergrößerung des Tordurchlasses samt zweiter Toröffnung 1935 hat das „Obere Tor“ mit der Bastei die Zeiten überstanden. Mit einer prunkvoll gestalteten Wappentafel (Wappen des Hochmeisters, weitere Deutschordenswappen und das alte Stadtwappen mit den beiden gekreuzten Lauchstengeln) ist es noch immer ein städtebaulicher beeindruckender, sehr hübscher Eingang zur alten Stadt von Ostern her. Es beherbergt heute im Erdgeschoss die Rüstkammer der Bürgerwehr Lauchheim, in den weiteren Stockwerken ist seit 1907 das Heimatmuseum untergebracht. Wenden Sie sich bitte ans Rathaus, wenn Sie es besichtigen möchten.

Nicht weit davon entfernt steht noch einer der Ecktürme und östlich der Schillerstraße kann man hinter den Wohnhäusern manchen alten Rest der Stadtmauer entdecken. Der einst davor liegende Stadtgraben selbst ist leider seit vielen Jahren verfüllt oder verdolt.

Der Brunnen vor dem oberen Tor erinnert an das Stadtjubiläum 1998. An seiner Säule sind die kaiserliche Privilegien der Stadt – Befestigung, Markt, Gericht und Stadtrecht – verzeichnet.
